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Beurteilung Wolkenglitzer

Beurteilung „Wolkenglitzer“ von Astrid van Nahl

Ein eindrucksvoller Roman, diese Ehegeschichte, an der einem so manche einzelne Szene vertraut vorkommt, und doch bilden sie in ihrer Gesamtheit etwas Neues. Renate Lanius erzählt die Geschichte der Studentin Laura, die ganz unerwartet von ihren Professor, dreißig Jahre älter, umworben wird und zunächst nur mit Zögern dieser Werbung nachgibt. Eitel Sonnenschein in den ersten Jahren, der sich vor allem darauf begründet, dass ältere Männer doch so ganz anders sind als jüngere. Laura und Georg können reden miteinander und wunderbare Gespräche führen, er ist einfühlsam, hat eine sehr feste Vorstellung von dem, was er will und wie er es verfolgt. Eine Beziehung, die Laura beglückt, umso mehr als sie bald Mutter wird, doch gleichermaßen auch immer wieder verwirrt.

Aber eines Tages, nach vielen Jahren, merkt sie, dass Georg sie betrügt. Sie reagiert spontan, straft ihn mit Missachtung, treibt ihn so umso mehr aus dem Haus. Und was schlimmer ist: Sie beginnt selbst eine Affäre mit Georgs bestem Freund, der ihr in den kritischsten Stunden ihrer Ehe bedingungslos zur Seite stand. Und dann stirbt Georg, unerwartet und spektakulär, und bald steht Laura vor einem Scherbenhaufen, der größer ist als erwartet…

Viele dieser Situationen begegnen in Liebesromanen, und sie enden für gewöhnlich mit einem neuen Happy End. Das ist hier nicht so selbstverständlich, und trotz der positiven Tendenzen bleibt das Ende auch ein wenig offen. Vielmehr ist Wolkenglitzer nicht einfach „nur“ eine Liebesgeschichte, sondern geht tiefer, versteht sich auch als ein Gesellschaftsroman, indem er heutige soziale Strukturen beschreibt und durch die Überlegungen Lauras auch wertet. Es ist an sich eine tragische Geschichte, die so hoffnungsvoll beginnt, geprägt auch durch das (Miss)Verständnis der eigenen Rolle, die dem Gesellschaftsstandard geschadet ist.

Es sind Jahrzehnte, die Renate Lanius erzählerisch überbrückt und in denen sie Gleichbleiben und Wandel im Leben sichtbar macht, nicht in epischer Breite, sondern vielmehr, wie man es von ihr kennt, in kleinen Szenen, aneinandergereihten Episoden gleich, fast immer Begegnungen mit dem Partner und anderen Menschen, die dieses Bild des Lebens zu einer Ganzheit runden.
Renate Lanius erweist sich als fast kühle Beobachterin und weiß auch in „dramatischen“ Szenen eine unterschwellige Sachlichkeit oder gar Distanz zu wahren, die deutlich in ihrem Stil zum Ausdruck kommt. Auch deshalb erfordert der Roman eine kritische Leserin, die bereit ist, sich mit den Gedanken und Denkansätzen auseinanderzusetzen, um das Hinter- und Abgründige zu erkennen, das hinter Beziehungen lauert, womöglich auch die Klischees aufzubrechen, die das Leben für viele Frauen bereithält.

Trotz der Dramatik des Geschehens ist auch dieser Roman von Renate Lanius scheinbar von
leichter Hand geschrieben, unterhaltsam dazu und so spannend, dass man das Buch kaum aus
der Hand legen mag, bevor man nicht weiß, wo es einen als Leser hinführt.

Beurteilung „Wolkenglitzer“ von Marianne Bong

Das neue Buch, das wieder in Köln spielt, hat mich in seinen Bann gezogen: „Wolkenglitzer“. Von Seite zu Seite baut sich eine höhere Spannung auf. Das Thema hat viel mit der Lebensweise der Autorin als Ärztin zu tun, und ich finde die Lebensumstände darin dem Leben abgelauscht.
Wegen der ungeheuren Spannung habe ich das Buch viel zu schnell gelesen, dass ich sogleich beschloss, es ein zweites Mal zu lesen, um alle Feinheiten der wohlgewählten und treffsicheren Redewendungen voll ausschöpfen zu können.

Es ist nicht nur das Fesselnde, das dieses Buch ausmacht. Die fantasievollen Passagen sind gepaart mit romantischen Situationsbildern. Ich möchte das Buch „Wolkenglitzer“ jedem Leser, der ein Gespür für beste Unterhaltung hat, in die Hand legen.

Herzlichen Glückwunsch! Auf ein Neues!
Freundliche Grüße Sanne Bong

 

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