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Beurteilung „Die Distel“

Beurteilung zu dem Gedicht „Die Distel“ von Renate Meisenberg.

Die Distel – das Wachsen der Bedrohlichkeit. Der Balladenton schon klingt mir heimatlich, und wie fast alle Balladen, die ich kenne, führt er in die Traurigkeit.

Die Wahl der Zeit – bereits das zweite Wort läßt eine Vergeblichkeit, ein Verlorensein ahnen; es ist mehr als Vergangenheit, es ist vorbei.

Aus den Sonnenstrahlen wird Frühtau, Herbst, Vergänglichkeit, Weinen und Ferne. Aus dem verzauberten Märchen (wo Hemdchen für die sieben Raben genäht werden, wo Nebelfrauen den Nebel weben – all das taucht auf -) wird der Leser über den Höhepunkt, wo alles Bewegung ist, zum Verwelken der Hoffnung und zum Verglimmen des Erwartens hin zum konkreten Schmerz geführt, den die Distel bewirkt und den jeder mitempfinden muss.

Das Gedicht ist ergreifend und einfach wunderschön zu lesen.

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